Was fährt heute

So, 24.06.2018

Nächste Sonderfahrt

Sa, 04. August 2018
Sa, 18. August 2018
Sa, 01. September 2018

Fahrt suchen

z.B. 24.06.2018
z.B. 24.06.2018

Live in Münsingen

Warenkorb

In Ihrem Warenkorb befinden sich:
0 Artikel

Warenkorb anzeigen

Ein Württemberger kehrt zurück

Oldtimer aus dem Jahr 1904 geht wieder in Betrieb

  • Württemberger Wagen Nr. 2732 wieder in Betrieb
  • SAB Württemberger Wagen Nr. 2732 in Hauptuntersuchung
  • SAB Württemberger Wagen Nr. 2732 Alte Bänke der 4. Klasse kommen zum Vorschein
  • SAB Württemberger Wagen Nr. 2732 in Hauptuntersuchung
  • SAB Württemberger Wagen Nr. 2732 in Hauptuntersuchung
  • SAB Württemberger Wagen Nr. 2732 in Hauptuntersuchung
  • SAB Württemberger Wagen Nr. 2732 in Hauptuntersuchung
  • SAB Württemberger Wagen Nr. 2732 in Hauptuntersuchung
  • weckler
  • News
  • 14 Mar

Im Jahr 1904 erblickte der Wagen der Bauart Cid wü 04  als "Württemberg 2732" bei der Waggonfabrik Fuchs in Heidelberg das Licht des Lebens. 1918 kam er zur Deutschen Reichsbahn und später zur Deutschen Bundesbahn. 1956 wurde er zusammen mit neun weiteren Württembergern an die Mindener Kreisbahn verkauft. Diese private Nebenbahngesellschaft spurte in dieser Zeit ihre meterspurigen Strecken rund um Minden in Westfalen auf Normalspur um und benötigte für den Personenverkehr komplett neues Wagenmaterial. Aus Geldknappheit wurden keine neuen Fahrzeuge beschafft, sondern von der damaligen Bundesbahndirektion Stuttgart die noch brauchbaren Wagen württembergischer Bauart ausgewählt.

In der Hauptwerkstätte der Kreisbahn wurden die Wagenkästen aller 10 Württemberger modernisiert. Die holzbeplankten Wände wurden mit Blechen verkleidet. Da die Brücken über die ehemals schmalspurigen Strecken die gleichen Öffnungsweiten behielten und somit nicht das für Normalspur erforderliche Regellichtraumprofil aufwiesen, ordnete die Aufsichtbehörde an, dass die einzusetzenden Personenwagen nicht über öffnungsfähige Fenster verfügen dürfen. Die vormals öffnungsfähigen Fallfenster der Württemberger mussten daher durch gummigefasste Fenster aus dem Omnibusbau ersetzt werden, was umfangreiche Veränderungen an den hölzernen Wagenkästen erforderte. Auch die geschmiedeten Bühnengländer wurden durch vereinfachte Konstruktionen in Schweißtechnik ersetzt. Das äußere Erscheinungsbild veränderte sich dadurch stark, wenngleich die Wagen immer noch eindeutig als Württemberger erkennbar waren. Der Wagen 2732 wurde als MKB Nr. 112 in den Bestand der Mindener Kreisbahn eingereiht und später an den Verein Mindener Museumsbahn e.V. verkauft. 

Auf einer Dienstreise entdeckte der Vorsitzende der SAB den Wagen im Jahr 2006 bei seinem letzten Eigentümer, der Eggegebirgsbahn GmbH in Hameln. Wenige Jahre zuvor war er noch auf dem "Klützer Kaffeebrenner", der Nebenbahn Grevesmühlen-Klütz in Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit dem "Zehnerle" (Ehemalige Lok 10 der Eisenbahnfreunde Zollernbahn e.V.) im Einsatz. Interessanterweise wurde diese Strecke später auf Schmalspur umgespurt, wodurch der normalspurige Wagen arbeitslos wurde. Im übertragenen Sinne überlebte der Wagen, weil eine Schmalspurbahn in Westfalen normalspurig wurde und er kam zurück nach Württemberg, weil eine Normalspurbahn in Mecklenburg schmalspurig wurde!

Von der ersten Sichtung in Hameln vergingen nur wenige Tage, bis die SAB diesen Wagen als erstes eigenes Fahrzeug erwerben konnte und ihn "heim" nach Württtemberg überführte. Zusammen mit zwei weiteren "Mindener Württembergern", den Wagen MKB Nr. 114 und MKB Nr. 111 kam er auf eigenen Rädern von Rastatt nach Reutlingen. Obwohl der Wagen noch über gültige Fristen verfügte, kam er nicht in den Fahrgasteinsatz. 2011 wurde er nach Münsingen überführt. Im Jahr 2014 wurde die inzwischen fällige Hautpuntersuchung begonnen.

Der Rahmen erwies sich als gut überliefert, sodass daran nur überschaubare Arbeiten auszuführen waren. Die Bremse hingegen musste in allen Einzelteilen neu angefertigt werden, was sich als recht aufwändig erwies. Die Kollegen des Kuckucksbähnels in Neustadt/Weinstraße waren mit ihren Erfahrungen aus der Aufarbeitung baugleicher Wagen beim Neubau der Bremse wie auch beim Einbau einer neuen Dampfheizung eine große Hilfe. Mit großzügiger Unterstützung der Firma Genkinger Hubtex aus Münsingen gelang es, im Rahmen einer kleinen Serienfertigung auch die Bremse für den Wagen 2703 mit neu herzustellen. Die elektrische Ausstattung erwies sich für den Eisenbahnbetrieb als gänzlich unbrauchbar, weshalb sie gemäß geltendem Regelwerk komplett neu angefertigt werden musste. Damit der Wagen künftig auch den Triebwagenzügen freizügig beigegeben werden kann, wurde neben dem Neueinbau einer Dampfheizung auch die noch defekt vorhandene Webasto-Heizung komplett erneuert.

Im Gegensatz zu dem vollständig in den Ursprungszustand zurück rekonstruierten Wagenkasten des Wagens 2703 (Ehem. MKB Nr. 114) entschied man sich beim Wagen 2732 aufgrund des noch für eine Hauptuntersuchungsperiode ausreichend guten Zustands des Wagenkastens für eine Zwischenlösung: Die Mindener Umbauten wurden nur teilweise zurückgebaut und die Omnibusfenster beibehalten. Nachdem die ursprünglichen Holzbänke der 4.Klasse bei der Modernisierung 1956 nur mit Schaumstoff und Kunstleder überzogen wurden, konnte das gesamte Gestühl relativ einfach wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt werden. Parallel wird nun ein baugleicher Wagenkasten rekonstriert und zu einem späteren Zeitpunkt auf das ebenfalls baugleiche Fahrgestell aufgesetzt. Dieser Weg ermöglicht einerseits, die gute noch vorhandene Substanz zu nutzen, den im Betrieb dringend benötigten Wagen kurzfristig einsetzen zu können und andererseits den für den Tausch vorgesehenen Wagenkasten in Ruhe und mit Bedacht in den Originalzustand zurückzuversetzen.

Das derzeitige Erscheinungsbild ist daher ein Kompromiss: Die Bahnnummer und die Bestuhlung ist schon original württembergisch, Blechverkleidung, Bühnengeländer und Fenster sind bis zum Tausch der Wagenkästen noch "Mindenerisch". Und so mutet die Beschriftung im Länderbahnstil mit 4. Klasse-Schildern zugegebenermaßen etwas ungewohnt an. Die Freude des Zugpersonals über die Wiederinbetriebnahme des erstbeschafften vereinseigenen Fahrzeuges konnte das allerdings nicht trüben, als der "2732"  am 03.Dezember 2017, mitten im Trubel des Winterdampf-Programms 2017 die Münsinger Betriebswerkstätte verlies und als erster der fünf bei der SAB vorhandenen württembergischen Personenwagen wieder von Fahrgästen in Beschlag genommen wurde. 

 Allen an der Hauptuntersuchung des "2732" beteiligten Mitgliedern, Kollegen und Firmen gilt unser großer Dank!

Kontakt

Reisedienst der
Schwäbischen Alb-Bahn

Bahnhofstraße 8
72525 Münsingen

Tel. +49 (0)7381-5017556 
Fax +49 (0)7381-921104

reisedienst@alb-bahn.com
www.alb-bahn.com

Öffnungszeiten

Ganzjährige Schalteröffnungszeiten:
Mi + Fr: 8:30 – 13:00 Uhr
(nicht feiertags)

Zusätzliche Saison Schalteröffnungszeiten 01.05. bis 21.10. 

und an den Fahrtagen der Dampfzüge:

Sa: 9:00 – 14:00 Uhr 
Sonn- + Feiertage: 10:00 - 17:00 Uhr