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Land sichert Schienenverkehr auf der Schwäbischen Alb

Die SAB GmbH hat am Gründonnerstag den Zuschlag für 10 Jahre Zugleistungen im "Netz 50" erhalten.

"Wir haben es geschafft!"

Mit diesen Worten began Bernd-Matthias Weckler, Geschäftsführer der SAB GmbH am Gründonnerstag seine kleine Ansprache an die Mitarbeiter, die zum Feierabend des letzten Arbeitstages vor Ostern endlich der Nachricht teilhaftig werden durften, auf die sie so lange warten mussten. Konkret heißt das nicht nur, dass die Arbeitsplätze der im Moment noch 7 Vollzeit und 11 Teilzeitbeschäftigten über das Ende des vorliegenden Vertragswerkes am 8.Juni diesen Jahres hinaus auf die kommenden 10 Jahre gesichert sind, sondern es tritt ab dem 9. Juni 2019 ein neues Bedienungskonzept mit umfangreichen Verbesserungen des Fahrplans für die Strecke Ulm-Münsingen-Gammertingen und dem bewährtem Angebot zwischen Amstetten und Gerstetten in Kraft.

Er war zuletzt sehr hart geworden, der Weg der SAB in ihre Zukunft: Nachdem die SAB 14 Jahre lang als Auftragnehmer der DB ZugBus (RAB) gefahren war, stellte sich die Frage der künftigen Konstellation der Verkehrsbedienung bereits seit dem Ende des großen Verkehrsvertrages. Die Ausschreibung des Netz 12 "Ulmer Stern" beinhaltete zunächst auch die beiden Bahnen, die von der SAB bedient wurden. Die SAB positionierte sich als möglicher Subunternehmer für die EVU, die an der Ausschreibung teilnahmen. Die lange Phase der Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens began für die SAB bereits in dieser Zeit, vor also knapp drei Jahren. Denn wer den Zuschlag erhalten würde und ob, bzw. zu welchen Konditionen danach die SAB beauftragt werden würde, war nicht vorherzusehen. Gleichzeitig wurde der SAB ihre lokale Verankerung zum Verhängnis, in dem ihr die Preise für ihre Leistungen im sog. "Übergangsverkehrsvertrag" vom Auftraggeber im Wissen um die bestehenden Arbeitsverhältnisse und die Werte, die im Zins standen, in Form des Gestehungspreises faktisch für volle zwei Jahre diktiert wurden. Zusätzlich zu den überplanmäßigen Aufwendungen zur Angebotserstellung im Zuge der Ausschreibungen und der späteren Vergabe vediente die Gesellschaft zwei Jahre lang so gut wie kein Geld mehr. Der finanzielle Spielraum für zusätzliches Personal fehlte völlig und so kam zur Unsicherheit über die eigene Zukunft die anhaltende Überlastung der handelnden Personen, mithin des gesamten Personalkörpers. Durch die kurze Laufzeit des ÜV war die nötige Sicherheit für größere Kredite nicht darstellbar und es konnte nur in kleineren und kurzfristigen Engagements mit gleichwohl hören Kostenanteilen kalkuliert und gefahren werden.

Die beiden Nebenstrecken über die Alb werden zudem in unterschiedlichen Betriebsverfahren betrieben, die relativ hohe Zusatzkosten in Ausbildung und Personalvorhaltung bei gleichzeitig vergleichsweise geringen Jahreskilometerleistungen erfordern, was sich hindernd auf den Wettberwerb im Netz 12 erwies und das Land schließlich veranlasste, Alb- und Lokalbahn auszugliedern und in eine neues Netz 12 a (später "Netz 50") zusammenzufassen, was sicherlich eine weise Entscheidung war, aber wiederum zur Aufnahme eines neuen Verfahrens führte. Seit Juni 2018 zogen sich die Verhandlungen hin, die zwischen Juli und Oktober zeitgleich mit den umfangreichen Jubiläumsvorbereitungen zu leisten waren. Die Erkrankung des Geschäftsführers gab dem Mut der Belegschaft einen solchen Dämpfer, dass vier leitende Mitarbeiter im Januar ihre Kündigungen einreichten, was zum Ende der Kur des Geschäftsführers führte und in der Folge das kleine Unternehmen erheblich ins Schwanken brachte. In dieser extremen Belastungssituation gelang es den verbleibenden Mitarbeitern zusammen mit ihrem immer noch kranken Chef soviel Kraft aufzubringen, dass der tägliche Betrieb ohne Vorkommnissse fortgeführt, das beim Land nötige Vertrauen zur Erteilung des Zuschlages erreicht, und das Überleben der SAB im letzten Moment gesichert werden konnte.  "Wir alle, jede und jeder Einzelne, haben mehr zu dieser vollzogenen Quadratur des Kreises gegeben, als ich oder irgendjemand anderes hätte vorgeben oder erwarten können. Die Kraft, die Krise mit ihren jedenTag neu hinzukommenden Herausforderungen zu meistern, hat sich aus unserer Mitte heraus gebildet. Sie ist nicht geschwunden sondern gewachsen, mit jedem Problem, das neu hinzutrat. Und wir haben bis heute durchgehalten, weil wir den Kampf um unsere Eisenbahn gewohnt sind. Belohnt werden wir dieses Mal mit der Sicherheit einer Landesvergabe, die wir zu keinem Zeitpunkt in unserer Firmen- oder Vereinsgeschichte je hatten und mit der der Alptraum meines Lebens, aus dem ich manchen Tag dachte, dass ich nie mehr erwachen würde, nun endlich zu Ende geht. Gott sei Dank", sagte der sehr bewegte 44-jährige Geschäftsführer der SAB, Bernd-Matthias Weckler. 

Berichte des Alb-Boten (Südwest-Presse) und des Reutlinger Generalanzeigers findet man beim Klicken auf die Namen der Zeitungen. Es folgt der Abdruck im Wortlaut der offiziellen Mitteilung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württenberg vom 18.04.2019:

Ein wichtiger Bestandteil des Regionalverkehrs des Landes, das sogenannte Netz 50 „Schwäbische Alb-Bahn und Amstetten-Gerstetten“, ist am heutigen Gründonnerstag (18. April) vergeben worden. Den Zuschlag erhielt die Schwäbische Alb-Bahn GmbH (SAB GmbH) mit Sitz in Münsingen. Auf der Lokalbahn Amstetten-Gerstetten wird im Auftrag der SAB GmbH der bewährte Zugverkehr mit dem originalen „Fuchs-Triebwagen“ der Ulmer Eisenbahnfreunde weitergeführt.

Das Netz 50 ist mit den jährlich rund 228.000 Zugkilometern das kleinste Vergabenetz in der Liste des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. In seiner Bedeutung jedoch nimmt es eine Sonderstellung ein, weil es wichtige Vernetzungsfunktionen erfüllt. Das Land bringt im Netz 50 mit einem Verkehrskonzept für 63 Kilometer Nebenbahn quer über die Alb sein Engagement für die Förderung des Schienenpersonennahverkehrs im ländlichen Raum zum Ausdruck.
Ministerialdirektor Prof. Uwe Lahl, Amtschef im Verkehrsministerium: „Entgegen dem bundesweiten Trend zum Abbau von Nebenbahnen der letzten Jahre blieben die landschaftlich reizvollen Strecken im Netz 50 erhalten. Unser Ziel ist es, diese Verbindungen dauerhaft zu sichern und attraktiv zu gestalten. Durch das Zusammenwirken aller Beteiligter und einem hohen bürgerschaftlichen Engagement konnten Angebote über den Freizeitverkehr und den Schülerverkehr hinaus etabliert werden.“

Seit einigen Jahren besteht zudem zwischen Münsingen und Engstingen ein Angebot im Schülerverkehr. Darauf setzt das neue Konzept auf, welches die reinen Schülerverkehre auf ein Grundangebot zur Versorgung der Bevölkerung mit Schienenverkehr erweitert und so an Werktagen zwischen 6 Uhr morgens und 19 Uhr abends Zugverbindungen vorsieht, sofern Bedarf dafür besteht. Um die Durchbindung von Zügen ohne Umstieg von Ulm bis Gammertingen realisieren zu können, ist die Reaktivierung der 20 Kilometer langen Strecke von Engstingen bis Gammertingen ebenso Bestandteil des Landeskonzeptes wie die Verknüpfung von Buslinien mit der Bahn und der Ausweitung der Betriebszeiten auf Ferien und Wochenenden im Winterhalbjahr, an denen es bisher kein Zugangebot auf der Münsinger Alb gab.

Ministerialdirektor Prof. Uwe Lahl: Vergabe stärkt den ländlichen Raum und bindet die lokalen Akteure mit ein.
Das gemeinsame Wirken von Kommunen und Bürger für den bisherigen Erhalt der Bahnen würdigt das Land nicht nur durch attraktive Verbindungen, sondern auch, indem die Akteure vor Ort in die Konzeption miteinbezogen wurden. „Dies ist für die Akzeptanz der Schiene in einer Raumschaft, in der dieses Verkehrsmittel fast 40 Jahre keine Rolle mehr gespielt hat, von entscheidender Bedeutung. Entsprechend groß ist die Freude, dass mit der Vergabe an die SAB GmbH ein örtlich gewachsenes und verwurzeltes Eisenbahnverkehrsunternehmen mit motivierten, engagierten Akteuren den Zuschlag für die Erbringung der Verkehrsleistungen erhalten hat,“ freut sich Engstingens Bürgermeister Mario Storz.
Die Verbesserungen im Zugverkehr auf der Münsinger Alb werden in zwei Stufen realisiert: Ab 9. Juni 2019 wird der Fahrplan zwischen Münsingen und Ulm erweitert. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 wird dann die reaktivierte Strecke zwischen Engstingen und Gammertingen mit den neuen Bahnsteigen in Großengstingen am Schulzentrum und Trochtelfingen sowie dem Kreuzungsbahnhof Haidkapelle eingeweiht. Es tritt dann das Zielfahrplankonzept in Kraft. Die Gelegenheit zur Fahrradmitnahme besteht in jedem Zug, an den Wochenenden im Sommer sogar mit erhöhtem Platzangebot für die Freizeitradler. Das Angebot der bei Eisenbahnfreunden besonders beliebten Fahrten mit historischen Fahrzeugen wird Sonn- und Feiertags in der Sommersaison durch den Einsatz des MAN-Schienenbusses der SAB bis Engstingen erweitert. Auf der Lokalbahn Amstetten-Gerstetten ist weiterhin der „Fuchs-Triebwagen“ der Ulmer Eisenbahnfreunde unterwegs.

Bernd-Matthias Weckler, Geschäftsführer der SAB Schwäbische Alb-Bahn GmbH:
„Das Land Baden-Württemberg ermöglicht uns mit der vorliegenden Vergabeentscheidung die Fortführung unseres bisherigen Engagements, indem mitten auf der Alb Arbeitsplätze gesichert und viele zusätzliche neu geschaffen werden können. Mit der Realisierung der umfangreichen Fahrplanverbesserungen geht von der Vergabe des Netz 50 aber auch das politische Signal aus, dass im ländlichen Raum echte Alternativen zum Auto bestehen. Die Investitionen in den Schienenverkehr in unserer Gegend sind vorbildlich und begeistern alle, die sich für den Erhalt der Bahn in der Fläche stark machen. Wir sind mehr als dankbar, dass die Planungen real werden und wir freuen uns gleichzeitig über das Vertrauen in unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter.“

Zusätzliche Triebwagen kommen zum Einsatz
Die SAB GmbH wird die Zugleistungen mit den im Bahnbetrieb bewährten und robus-ten Dieseltriebwagen des Typs „NE 81“ erbringen. Der vorhandene SAB-Fahrzeugpark wird durch die typgleichen Fahrzeuge der Kaiserstuhlbahn aus neuester Serie ergänzt, welche dort durch die aktuell vollzogene Elektrifizierung frei wurden. Durch ihre gute Motorisierung sorgen die Fahrzeuge für Fahrplanstabilität und können zudem Güterwagen ziehen. Bis zum Dezember wird die gesamte Triebwagenflotte untereinander kompatibel gemacht und mit neuem Fahrgastinformations-System, GPS-Ortung, Fahrradbereichen und digitalen Außenanzeigen vereinheitlicht. Die vom Kaiserstuhl auf die Münsinger Alb umgesetzten Fahrzeuge erhalten zudem eine neue Bestuhlung mit bequemen Polstersitzen. Das äußere Erscheinungsbild der Fahrzeuge wird einheitlich gestaltet und nimmt auch weiterhin die regionale Verbundenheit von Verwaltung und Bevölkerung mit der Schwäbischen Alb-Bahn GmbH auf, indem das kommunale Engagement mit den Wappen der Anliegergemeinden auf den Seiten der Fahrzeuge gewürdigt wird.

Kontakt

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