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Die Strecke

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Entdeckungsreise entlang der Schwäbischen Alb-Bahn

Der besondere Reiz der Strecke Engstingen – Schelklingen liegt neben ihrer Entstehungsgeschichte und der landschaftlichen Schönheit sicher auch in dem Reichtum der Überlieferungen von selten gewordenen Bauwerken und periphären eisenbahntechnischen Anlagen. Dem Besucher eröffnet sich ein außergewöhnlich vollständiges Bild einer Nebenbahn der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen (K.W.St.E.) wie es sonst im Land kein zweites Mal zu finden ist. Ein Teil der Strecke sowie die gesamten Hochbauten stehen aus diesem Grund sogar unter Denkmalschutz.

 

Die Empfangsgebäude der Bahnhöfe

Als typisch schwäbische Unternehmen waren die K.W.St.E. sehr darauf bedacht, die Kosten für die Planung und den Bau von Gebäuden und Anlagen durch Normierung möglichst gering zu halten. Für die Empfangsgebäude gab es sogar einen regelrechten Katalog, aus dem je nach Verkehrsbedeutung der Stationen die Größe des Gebäudes bemessen wurde. Die ersten Bauwerke auf der Strecke Reutlingen – Honau wurden entsprechend der damaligen Mode im schweizerischen Chalet-Stil errichtet und dienten als Prototypen. Die bis heute unverwechselbaren Bahnhöfe und Empfangsgebäude wurden daraus abgeleitet. Eine Seltenheit ist, dass sämtliche, je an einer Strecke gebauten Empfangsgebäude, bis auf Unterhausen und Lichtenstein, erhalten geblieben sind. Wenn auch den Bauwerken die heimelige Ausstrahlung geblieben ist, haben sie ihr Aussehen mit den Jahren teilweise etwas verändert und so wird die Fahrt mit der Schwäbischen Alb-Bahn ein Stück weit auch zur Entdeckungsreise der unzähligen Bahnhofsdetails …

Die Telegrafenlinie

Zur Absicherung der Fahrten und Regelung der Zugreihenfolgen verständigten sich die Fahrdienstleiter entlang der Strecke über Morsezeichen, später über Telefonapparate. Übertragen wurden diese elektrischen Signale über die Telegrafenlinie. Auch heute im Zeitalter der Mobiltelefone steht noch ein Großteil der Holzmasten mit ihren Porzellanisolatoren neben der Bahnstrecke auf der Alb. Leider ist die Telegrafenleitung in den letzten Jahren immer häufiger ein Opfer von Dieben geworden, die wertvollen Kupferleitungen fehlen heute daher leider fast auf der gesamten Strecke. Die Masten jedoch sind zu einem Großteil stehengeblieben und halten die Erinnerung an die alte Technik wach. Die Masten werden auch künftig nur dann gefällt, wenn ihre Standfestigkeit bedroht ist. Im Bereich Münsingen ist außerdem der Wiederaufbau eines Abschnittes geplant.

Schaltzentrale des Bahnhofs: Württembergisches Kurbelstellwerk

Eine besondere Rarität beherbergt der in seinem ursprünglichen ockerfarbenen Schindelkleid glänzende Bahnhof Münsingen: Ein württembergisches Kurbelstellwerk aus dem Jahr 1907, welches bis zum Jahr 2017 noch zur Sicherung der Weichenverschlüsse diente. Als einziges seiner Art ist es im ursprünglichen Umfeld erhalten geblieben. Stellwerke dieser Bauart waren speziell für Nebenbahnen konzipiert und wesentlich billiger als die auf Hauptstrecken gebräuchlichen Hebelstellwerke. Mehrere hundert Bahnhöfe in ganz Süddeutschland verfügten über diese Technik. Lediglich drei Exemplare haben bis heute in Privatsammlungen überlebt. Das Münsinger Stellwerk ist darüber hinaus das Einzige, welches nach seiner denkmalgerechten Instandsetzung durch den Schwäbische Alb-Bahn e.V. im Jahr 2004 bis vor Kurzem in Betrieb war. Im Zuge der Einrichtung eines Mehrzugbetriebs mit einem technisch unterstützten Zugleitbetrieb (TuZ) im Jahr 2016 musste das Stellwerk samt der Außenanlagen außer Betrieb genommen werden. Die technische Anbindung der überlieferten Technik an die elektronische Funktionsweise der TuZ wäre technisch zwar möglich gewesen, aber die Kosten  dafür konnten nicht aufgebracht werden. Außerdem wäre die Folge der Einbindung des Stellwerks gewesen, dass der Bahnhof täglich mit einem Fahrdienstleiter hätte besetzt werden müssen, was mit erheblichen Personalkosten verbunden gewesen wäre. Das Kurbelwerk ist allerdings nach wie vor im Bahnhofsgebäude zu besichtigen. Um die Funktionsweise nachvollziehen zu können, soll eines der Signale funktionsfähig aufgearbeitet und vor dem Lokschuppen aufgestellt werden. Die Drahtzugleitung vom Kurbelwerk zum Bahnübergang wurde für diesen Zweck erhalten.

Neben Münsingen hat auch Schelklingen ein historisches Stellwerk zu bieten. Obwohl sie nicht mehr in Betrieb sind, stehen die Stellwerke 1 und 2 in Schelklingen dennoch unter Denkmalsschutz.
Stellwerk 1 Schelklingen

Dampfmachhausen

Zwischen Sondernach und dem ehemaligen Bahnhof Mehrstetten steigt die Strecke ohne Unterlass aus dem Schmiechtal auf die Albhochfläche an. Bei einer maximalen Steigung von 1:50 (1 m Höhenunterschied auf 50 m Wegstrecke) bedeutete dies für die Heizer der Dampflokomotiven der schweren Militärzüge eine Herausforderung. Trotz Höchstleistung des Personals kam es nicht selten vor, dass die Dampferzeugung nicht ausreichend war und die Züge wegen Dampfmangels liegen blieben. In der Regel mussten die Züge auf Höhe einer alten Blockhütte im Schandental Pause zum ‘Dampfkochen’ machen. Mit der Zeit erschien die Hütte den Eisenbahnern zweckmäßig und auch die Bahnmeisterei unterbrach die Fahrt hin und wieder dort, um “Dampf” zu machen. Scherzbolde brachten später ein Stationsschild mit der Aufschrift ‘Dampfmachhausen” an der Hütte an. Vermutlich durch Brandstiftung brannte die Hütte inzwischen leider ab

Durstlöscher der Dampfrösser: Der Münsinger Wasserkran

Zur Dampflokzeit an jedem größeren Bahnhof zu sehen, lassen sich heute richtige Wasserkräne nur noch an wenigen Stellen in Deutschland finden. Meist auf Museumsbahnen wurden solche gusseiserne Attribute in den letzten Jahren wieder in Szene gesetzt. Einzigartig jedoch ist der Münsinger Wasserkran, denn es handelt sich nicht nur um ein Originalexponat aus württembergischer Produktion, sondern er ist auch voll funktionsfähig.

Auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb befanden sich in Lichtenstein, Kleinengstingen, Marbach und Münsingen solche Wasserkräne zur Wasserversorgung der Lokomotiven. In Marbach legte die königliche Eisenbahnverwaltung eine bahneigene Wasserversorgung an. Das Wasser wurde aus mehreren Bassins gesammelt und in unterirdischen Kanälen zum Bahnhof geleitet. Noch heute kann man das Fundament zwischen den Gleisen sehen. Oft fuhren die Lokomotiven, der aus dem Tal in Münsingen angekommenen Militärzüge zusammengekuppelt als Leerfahrt zum Wasserfassen nach Marbach, weil die Bahn dort – im Gegensatz zu Münsingen – das Wasser nicht zu zahlen brauchte.

In Münsingen wurde der Kran durch die Albwasser-Versorgung gespeist. Die heutige Anlage in Münsingen geht auf die Jahre 1901/1902 zurück. Mit Fertigstellung der Streckenverlängerung nach Schelklingen wurden an jedem Bahnhofskopf neue Wasserkräne aufgestellt und eine Desinfektionsanlage für Güterwagen an der Verladerampe errichtet. Das Verschwinden der beiden Wasserkräne ging mit dem Ende des Dampfbetriebes auf der Alb-Bahn einher. Die Fundamente blieben jedoch erhalten.

Die Stationierung einer Dampflokomotive in Münsingen im Jahr 2004 bedeutete den Wiederaufbau dieses eisenbahntypischen Details. Gegenüber dem bis dato notwendigen und umständlichen Wasserfassen mit Feuerwehrschläuchen konnten durch den Wasserkran je nach Lokomotivtyp die Wasservorräte innerhalb weniger Minuten ergänzt werden. Gemeinsam mit den Münsinger Stadtwerken forschten Mitglieder des Schwäbischen Alb Bahn e.V. nach Teilen zum Wiederaufbau. Nach längerem Suchen entdeckte man schließlich einen originalen württembergischen Wasserkran, baugleich mit dem einstigen Vorbild. Das Fundament war noch gut erhalten. Die Schieber und Leitungen wurden komplett erneuert. Flansche und Bohrungen angepasst. Heute wie damals fließt das Wasser mit vollem Druck direkt aus der Hauptwasserleitung der Stadt in die Vorratsbehälter der Lokomotiven.

 

Schaffner kommt von schaffa! Mechanische Schranke in Gomadingen

Die mechanische Schrankenanlage am Bahnhof Gomadingen war bis Oktober 2009 eine der beiden letzten in Württemberg noch vorhandenen Anlagen dieser Art. Anders als bei elektrisch angetriebenen Schrankenbäumen erfolgte hier das Öffnen und Schließen der Schlagbäume durch Muskelkraft. Das beträchtliche Gewicht der eisernen Schranken wird dabei durch ein Gegengewicht aus Beton in der Waage gehalten. Über Drahtseile und Winden muss der Bediener jeweils die Schwerpunkte der Schranken überwinden. Früher wurden die Schranken durch den Bahnagenten von Gomadingen bedient. Vor der Abfahrt eines Zuges Richtung Reutlingen mussten die Schranken geschlossen werden. Kam der Zug aus Richtung Offenhausen musste sich der Agent auf sein Gehör verlassen: Durch ein Pfeifsignal der Lokomotive wurde ihm der nahende Zug angekündigt. Als der Bahnhof 1970 geschlossen wurde, hatte man die Winden vom Bahnsteig an den Bahnübergang versetzt. Vor jeder Fahrt eines Zuges über den Bahnübergang musste nun das Zugpersonal zur Freude der Fahrgäste die Schranken herunter und danach wieder hinauf kurbeln.

Im Herbst 2009 fuhren dann die letzten Züge zwischen den alten Schranken hindurch. Seitdem sichert eine moderne Schrankenanlage den Bahnübergang. Eine Investition in die Zukunft der Alb-Bahn und ein Zugeständniss an eine Strecke auf der mit dem Schülerverkehr auch planmäßiger Personenverkehr stattfindet, denn mit der neuen Anlage konnten durch eine Investition von rund einhunderttausend Euro pro Richtung rund acht Minuten Fahrzeit eingespart werden.

Prellbock Kleinengstingen: Ende oder Neuanfang?

Wer heute in Kleinengstingen aus dem Zug steigt und vor dem Discount-Baumarkt steht. Kann kaum noch ahnen, dass bis 1969 hier der schönste Teil der Reise erst begann: Die Talfahrt über die berühmte Zahnradbahn nach Honau unter der überragenden Sillhuette des Märchenschlosses Lichtenstein… Ein Erlebnis, das in dem 1892 erbauten Bahnhof Honau, am Fuße der Alb, wieder Wirklichkeit werden könnte. Das völlig verwahrloste Empfangsgebäude konnte in letzter Minute gerettet werden und strahlt in neuem Glanz: Das Honauer Zahnradbahnmuseum ist im Aufbau.

Bahnhöfe und Haltepunkte

Streckenkilometer Betriebsstelle Art der Betriebsstelle
58,250 Bf Schelklingen Bahnhof
56,420 Hp Schmiechen Alb-Bahn Haltepunkt
50,750 Hp Hütten Haltepunkt
48,980 Hp Sondernach Haltepunkt
38,760 Bf Oberheutal Bahnhof
34,525 Bf Münsingen Bahnhof
28,780 Hp Grafeneck Haltepunkt
27,317 Bf Marbach (b. Münsingen) Bahnhof
24,126 Hp Gomadingen Haltepunkt
22,017 Hp Offenhausen Haltepunkt
18,985 Hp Kohlstetten Haltepunkt
15,281 Bf Engstingen Bahnhof
0,000 Bf Kleinengstingen HzL Bahnhof
4,400 Bf Haidkapelle Bahnhof
8,010 Hp Trochtelfingen Alb-Gold Haltepunkt
11,600 Bf Trochtelfingen (Hohenz.) Bahnhof
14,700 Hp Mägerkingen Haltepunkt
16,200 Hp Mariaberg Haltepunkt
18,200 Hp Bronnen (Lauchert) Haltepunkt
19,700 Bf Gammertingen Bahnhof

Streckendaten

  Abschnitt ENAG Abschnitt HzL
Streckenlänge 41,719 km 22,282 km
Maximale Neigung 1:50 1:50
Kleinster Kurvenradius 250 m 250 m
Streckengeschwindigkeit 50 km/h 50 km/h
Bahnhöfe 5 4
Haltepunkte 6 4
Weichen 28 8
Signale 10 1
Stellwerke Münsingen: Kurbelstellwerk Bruchsal G (1907)
Oberheutal: DrS 60 (1972)
Gammertingen: Einheitsbauart Esslingen (1940)
Brücken 14 4
Bahnübergänge technisch gesichert 7 11
Bahnübergänge durch Übersicht gesichert 35 37
Fußgängerüberwege 5  
Ladegleise Engstingen, Marbach, Münsingen, Oberheutal Haidkapelle, Trochtelfingen

 

Kontakt

Reisedienst der
Schwäbischen Alb-Bahn

Bahnhofstraße 8
72525 Münsingen

Tel. +49 (0)7381-5017556 
(Mi. + Fr.: 09:00 – 13:15 Uhr)
Fax +49 (0)7381-921104

reisedienst@alb-bahn.com
www.alb-bahn.com

Öffnungszeiten

Ganzjährige Schalteröffnungszeiten:
Mi + Fr: 9:00 – 13:15 Uhr
(nicht feiertags)

Zusätzliche Saison Schalteröffnungszeiten:
30.04. bis 17.10. und im Dezember
:
Sa: 9:00 – 14:00 Uhr 
Sonn- + Feiertage: 10:00 - 17:15 Uhr