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Abschied vom „Stationsbuffett“

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Aus der Geschichte der Gastronomie auf dem Münsinger Bahnhof

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  • 26 Jan.

Wer Bahn fährt, hat manchmal auch Hunger und Durst. Deshalb wurde am Münsinger Bahnhof bereits nach dem ersten Weltkrieg die „Sommerhalle“ (Das war der halboffene Wartehallen-Anbau Richtung Norden) zu einer „Erfrischungsstelle“ umgebaut. Später wurde daraus die winzige, aber legendäre „MG-Bar“, die von der in der ganzen Stadt bekannten Frau Kuhn betrieben wurde. 1972 wurde der nördliche Anbau abgebrochen, stattdessen wurde mit etwas Abstand zum Empfangsgebäude eine mehr oder weniger zweckmäßige Betonwartehalle mit Toiletten errichtet. In den 1990er Jahren wurde ein Kiosk in das Flachdachgebäude integriert. Seit der Münsinger Bahnhof nach seiner Generalsanierung im Jahr 2006 wieder eröffnet wurde, war im südlichen Anbau auch eine kleine gastronomische Einrichtung untergebracht. Während der „Schnell-Imbiss“ im Nebengebäude ein eher überkommenes Konzept bediente, sollten im Bahnhof regionale Produkte und biologische Erzeugung ihren Platz finden. So sah die Nutzungskonzeption für das Empfangsgebäude ursprünglich einen kleinen Laden mit Kaffee- und Getränkeausgabe vor. Leider zeigte sich sehr schnell, dass die Rechnung ohne die Personalfrage gemacht wurde und der Betrieb nicht durch die im Infozentrum anwesende Person gleichzeitig durchführbar war. So musste die theoretisch schön erdachte Idee in der Praxis scheitern.

 

Glücklicherweise konnten mit Familie Mandel vom „Hirsch im Grünen“ in Mehrstetten professionelle Gastronomen gefunden werden, die das kleine Bistro als „Hirsch im Bahnhof“ zu einer Außenstelle ihres Stammhauses machten. Leider war dem Betrieb trotz großen Engagements der Familie Mandel nicht lange Zeit beschieden und Stefan Mandel musste die Zweigstelle wieder aufgeben. Aus der Not heraus übernahm der SAB-Verein damals das Bistro und der Vorsitzende Bernd Weckler beantragte eine entsprechende Konzession, wofür er sich zum Gastronomen weiterbilden musste. Die SAB optimierte Räumlichkeiten und Inventar so, dass im Einmannbetrieb gearbeitet werden konnte und eröffnete das Ganze als „Café, Bistro und Biosphärenlädle“, unter dem neuen Namen „Stationsbuffett“ im Frühjahr 2008. Zuerst stand der Chef selbst abwechselnd mit einigen Mitgliedern des SAB-Vereins im Bahnhofs-Bistro, bevor Personal gefunden werden konnte, das bereit war, ausschließlich an den Wochenenden zu arbeiten. Es zeigte sich aber auch hier, dass die Einnahmen nicht ausreichten und so entschloss sich die SAB 2013 das Stationsbuffett zu verpachten. „Der künftige Pächter muss jemand sein, der den Betrieb dieses schnuckeligen Bistros zu seiner ganz persönlichen Sache macht und nicht jede Arbeitsstunde rechnet, denn nur dann hat es überhaupt eine Chance zu laufen“, sagte Weckler damals. Mit Ruth Ertler (Wieder aus Mehrstetten) war die Idealbesetzung für diese Maßgabe gefunden. Zum Jahresanfang 2014 war man sich handelseinig und „Ruth Ertler‘s Stationsbufett“ ging an den Start. Acht Jahre lang hat die Wirtin sich einen guten Namen erarbeiten können und neben den Sonntagen in der Saison auch für unzählige Gruppen und Gesellschaften geöffnet.

 

Dann kam Corona. Wo es schon „großen Gastronomen“ richtig an die Existenz gegangen war, stellten die monatelangen Schließzeiten, die Umsatzeinbrüche und die in den beengten Platzverhältnissen des kleinen Bistros nur sehr schwer umzusetzenden Hygienebestimmungen fast nicht zu bewältigende Hürden dar. Trotzdem öffnete Ruth Ertler nach den Lockdowns ihr Bistro wieder. Mit einigem Mut aber auch mit klaren Vorstellungen: Um das baulich bedingte, sehr eingeschränkte Angebot erweitern zu können, hätte die Küche erweitert werden müssen. Im denkmalgeschützten Gebäude war das an sich schon eine massive Hürde. Also machten sich Ertler und Weckler an ein komplett neues Nutzungs-, Betriebs- und Raumkonzept: „Das Hauptproblem des Stationsbuffetts war die von Anfang an verfehlte Konzeption. Alles, was wir später umgebaut oder verändert haben, war nur Provisorium“, stellt Weckler rückblickend fest. Der neue Entwurf sah die Verlängerung des Gebäudes nach Süden vor, mit neuer Küche, Toiletten und einem Barbereich, an den sich eine Theke mit Ausgabebereich zum Busbahnhof angeschlossen hätte. „ So hätten wir täglichen Betrieb mit wechselnden Tagesessen machen können und dabei zeitgleich die Bedürfnisse der ÖPNV-Nutzer und Schüler am Busbahnhof decken können“, erklärt Weckler. So schön diese Planung gewesen wäre, so wenig sei sie in der gegenwärtigen Zeit umsetzbar. Die nötige Investition für den An- und Umbau wäre weder für den Gebäudeeigentümer noch für die Pächter darstellbar gewesen. Um das Bistro im bestehenden Zustand weiterzubetreiben, aber fehlt die finanzielle Sicherheit. So haben die massiven Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen die ohnehin geringen Margen des kleinen Lokals vollkommen aufgefressen. Stationswirtin Ruth Ertler wurde heute mit Blumen verabschiedet. Der Vereinsvorsitzende Bernd Weckler dankte ihr für die vielen Jahre guter Zusammenarbeit und für Ihr großes persönliches Engagement. Damit ist die Geschichte der Gastronomie im Bahnhofsgebäude nach etwas mehr als 100 Jahren erst einmal zu Ende gegangen.

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